Agrarstrukturelle Entwicklungsplanung für die Stadt Baunatal.

 

Laufzeit AEP 1: Analyse und Handlungsfelder, 2002

 

Laufzeit AEP 2: Konkretisierung der Handlungsfelder, Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen, März bis November 2003

 

Die gegenwärtige Situation der Landwirtschaft in der Stadt ist geprägt durch weitere Konzentration und Spezialisierung. Da vor allem die größeren Vollerwerbsbetriebe versuchen, weiter zu wachsen, besteht eine zunehmende Konkurrenz um Pachtflächen. Gleichzeitig verfügen die Betriebe unter den allgemeinen landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und verschärft durch noch zu erwartenden weiteren Flächenbedarf für Siedlungs- und Verkehrsflächen über eine nur geringe Planungssicherheit, was alle längerfristigen Entscheidungen, z.B. über größere Investitionen oder eine eventuell anstehende Hofnachfolge sehr erschwert.

 

Mit der wachsenden Einwohnerzahl und den sich ausdehnenden Siedlungsflächen der Stadtteile gewinnt die landwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaft zunehmende Bedeutung als ergänzender Naherholungsraum. Freizeitansprüche an die Landschaft und zunehmende Entfremdung der Bevölkerung von der Landwirtschaft bei gleichzeitig sich verändernden landwirtschaftliche Betriebs- und Wirtschaftsformen führen zu Konfliktsituationen zwischen Landwirten und Erholungssuchenden.

Innerhalb der alten Dorfkerne geht der genannte Strukturwandel einher mit einem zunehmenden Leerstand an landwirtschaftlichen Wirtschaftsgebäuden, vereinzelt sogar ganzer Hofstellen. Diese nicht mehr genutzte Bau- und Freiraumsubstanz kann in den einzelnen Orten sowohl als bedeutendes Umnutzungs- und Entwicklungspotenzial als auch als „Bedrohung“ der bisherigen dörflichen Strukturen gesehen werden.

 

Die absehbaren Entwicklungstendenzen, die sich aus dem Strukturwandel der Baunataler Landwirtschaft ergeben, sind typisch für die allgemeine Entwicklung in der Landwirtschaft. Die Gründe hierfür liegen in der EU-Agrarpolitik, die nicht durch kommunale Ansätze außer Kraft gesetzt werden können. Hinzu kommen jedoch spezielle Bedingungen für die Landwirte, die sich durch die prosperierende Stadt Baunatal ergeben. Hier gibt es durchaus kommunale Ansatzpunkte, die die bestehenden Strukturen in der Landwirtschaft stärken können. In diesem Sinne hat die AEP für Baunatal folgende Ziele:

 

  •  Durch eine problembezogene Bestandserfassung sollen die Grundlagen dafür geschaffen werden, dass Auswirkungen städtischer Planungen auf die Landwirtschaft frühzeitig abgeschätzt und Belange der Landwirtschaft angemessen berücksichtigt werden können. Für die landwirtschaftlichen Betriebe kann sich hieraus eine größere Planungssicherheit ergeben.
  • Die möglichen Folgen des Strukturwandels auf die Landschaft und die Struktur der alten Dörfer sollen aufgezeigt und sich abzeichnender Handlungsbedarf und Handlungsmöglichkeiten der Stadt verdeutlicht werden.
  •  Bestehende Konfliktpotenziale zwischen Landwirtschaft und nichtlandwirtschaftlichen Landnutzern sollen erfasst, formuliert und soweit möglich durch die Initiierung eines Dialogs vermindert werden.

 

Aufgrund des knappen Bearbeitungszeitraumes für die AEP 1 von knapp 7 Monaten, der schon bei Antragstellung absehbar war, sollte in der nun abgeschlossenen AEP 1:

 

  • eine detaillierte Analyse der Baunataler Landwirtschaft vorgenommen werden
  • darauf aufbauend mögliche Entwicklungstendenzen und kommunale Handlungsfelder abgeleitet werden. 

 

Ziel der AEP 2 ist es, konkrete kommunale Handlungsoptionen zu entwickeln, mit denen die Stadt Baunatal einen Beitrag zur Stabilisierung der noch verbliebenen landwirtschaftlichen Haupterwerbs- und Nebenerwerbsbetriebe leisten kann.

 

Bearbeitet werden die Handlungsfelder:

  • Flächenmanagement
    Ziel: Planungssicherheit für die Betriebe stärken, Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Fächen begrenzen
  • Vermarktung
    Ziel: Absatz lokal erzeugter und verarbeiteter Produkte erhöhen
  • Öffentlichkeitsarbeit
    Ziel: Kontakt zwischen Landwirtschaft, Bevölkerung, Verwaltung und Politik verbessern und eine positive "Grundstimmung" gegenüber der Landwirtschaft erzeugen
  • Dorf-/Stadtentwicklung
    Resthofproblematik im Rahmen von Stadt-/Dorfentwicklung lösen